Blaue Tonne - Schlaue Tonne - Verwirrung um Papiertonne und Altpapier Entsorgung in Karlsruhe

Seit geraumer Zeit bekomme ich in meinem Briefkasten regelmäßig Werbung über die neue Schlaue Tonne - Blaue Tonne. Dabei handelt es sich um eine neue Papiertonne für Privathaushalte zur Entsorgung des Altpapiers. Soweit, sogut…

Aber was es da denn dran an der Sache. Eigentlich ist Müllentsorgung doch Sache der Stadt Karlsruhe. Auf dem Flyer steht aber eine Firma Kühl Entsorgung & Recycling Südwest GmbH in Karlsruhe. ??? Was soll das nun bedeuten?

Nach einiger Recherche in der Zeitung und natürlich im Netz habe ich einige Antworten gefunden:

Klar hat sich die Stadt Karlsruhe erst einmal über die neue Firma und ihren Service geärgert und auch Beschwerde beim Verwaltungsgericht Karlsruhe eingelegt. Dieses entschied dann aber zugunsten der Firma Kühl.

So profitieren eigentlich jetzt auch die Bürger davon, denn endlich hört die blöde Papiersammlung auf und man erspart sich den ganzen Dreck in der Stadt. Erst bei der letzten Altpapiersammlung war wieder die halbe Innenstadt von Karlsruhe mit Papierschnipseln überflutet. Und wenn dann noch Regen dazu kommt hat man eine schöne klebriger Masse auf der Straße.

So haben eigentlich alle etwas davon. Warum kommt denn eigentlich die Stadt Karlsruhe nicht auf solche Ideen? Und das, obwohl eine Papiertonne schon in der ganzen restlichen Republik Gang und Gebe…

Nähere Informationen gibt es hier: www.blauetonne-schlauetonne.de

Beitrag von Doe am 09. März 2008 | In live in Karlsruhe |

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9 Kommentare »

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  1. 1

    Papier kann in Karlsruhe problemlos über den Wertstoffmüll entsorgt werden. Er wird später automatisch herausgetrennt und gesondert entsorgt bzw. verkauft. Eine eigene Tonne ist dafür überflüssig.

    Niemand ist gezwungen, das Papier bis zu den Sammlungen aufzuheben. Das ist eine rein freiwillige Leistung, wenn man den sammelnden Vereinen etwas Gutes tun will.

    Die sog. schlaue Tonne wird - häufige Nutzung durch die Karlsruher Bürger vorausgesetzt - dafür sorgen, dass die Einnahmen der Stadt aus dem Verkauf des Altpapiers sinken, was höchstwahrscheinlich durch steigende Müllgebühren für alle kompensiert werden wird. Sehr schlau. Der einzige, der davon profitiert, ist die Firma Kühl.

    Kommentar von Oliver — 9. März 2008 #

  2. 2

    Tja, aber wenn die Stadt das Geld “alles” an Vereine gibt, kann ja wohl nichts für die Stadt bleiben?

    Wenn mit der Tonne dann vor meiner Haustür und auch im Rest der Stadt dann alles sauber ist, ist mir das Grund genug eine Tonne zu nehmen - wenn ich könnte…

    Aber das mit dem Preis ist ja wohl eine Ausrede: Genausogut könnte auch die Stadt eine Tonne bereitstellen und dann muss man halt für die Tonne mehr zahlen.

    Kommentar von Doe — 9. März 2008 #

  3. 3

    Nein, die Stadt muss keine neue Tonne bereitstellen, weil es schon eine gibt: den Wertstoffmüll. Zusätzlich gibt es ein paar Wertstoffstationen, zu denen man sein Papier fahren kann, z.B. wenn man sehr große Kartons zu entsorgen hat, die nicht in den Hausmüll passen.

    Will man seine Straße sauber halten, kann man das also durchaus jetzt schon tun, indem man diese Möglichkeiten nutzt. Eine eigene Tonne für Papier erzeugt nur unnötigen Aufwand auf beiden Seiten: die Stadt müsste sie leeren und die Hausbesitzer müssten den Platz bereitstellen.

    Es geht auch nicht das ganze Geld an die Vereine, sondern nur der Erlös der Sammlungen. Das Papier aus dem Wertstoffmüll wird verkauft und bringt IIRC ca. zwei bis drei Millionen Euro im Jahr.

    Kommentar von Oliver — 10. März 2008 #

  4. 4

    Aber das nervt schon, das ich jede Woche zig mal die Werbung der Schlauen Tonne bekommen. Ich glaube letzte Woche jeden Tag und am Wochenende mehrmals in den kostenlosen Zeitungen. Aber die kann man ja zum Altpapier geben ;D. Da macht es sich die Stadt Karlsruhe aber auch sehr einfach. Die Wertstofftonne muss man bezahlen und dann wird damit noch mehrere Millionen Euro im Jahr Plus gemacht. … jetzt kommt bestimmt wieder die Ausrede… “Sonst würde es ja noch mehr kosten…”. Kapitalismus überall. Aber so sind wir halt ;D.

    Kommentar von Doe — 10. März 2008 #

  5. 5

    @1: Du hast Dich ja von der Propaganda der Stadt auch ganz schön einlullen lassen …

    Kommentar von Jens — 21. März 2008 #

  6. 6

    Guten Tag Karlsruher. Sie wissen sicherlich, dass Städte für Gerichte immer Geld haben. Für den Bürger nicht. Zu meinen Vorschreibern kann ich nur sagen.Werde 71 Jahre und wohne in einer Gemeinde mit 137 Einwohnern und Du bist ohne Auto !!! Vereine sammeln, aber die Papierbündel, mit der Zeit 5-8,ohne Pappe sitzen dann neben der Mülltonne. Das ist toll. Schade dass unsere Zeitgenossen wenig zum Denken kommen.Grüße aus Cosul Kreis Bautzen in Sachsen.

    Kommentar von Pagel Manfred — 23. März 2008 #

  7. 7

    […] Wind in die Papierentsorgung in und um die Stadt Karlsruhe. Nachdem es schon einigen Wirbel um die Blaue Tonne - Schlaue Tonne der Firma Kühl gegeben hat. Wir erinnern uns: Die haben sich ja vor Gericht die Entsorgung […]

    Pingback von Blaue Tonne in Karlsruhe - ist “Pappy” noch schlauer ? — 27. April 2008 #

  8. 8

    Zufällig bin ich auf diesen blog_Beitrag gestoßen…

    Klar verdient die Firma Kühl an der Tonne, leider geht das -eingedenk der zur Zeit relativ hohen Altpapierpreise- zu Ungunsten der Vereine, die Sammlungen organisieren und sich auf diese Art ein nicht zu vernachlässigendes Zubrot verdienen.

    Allerdings dürfen die Vereine nach meinen Informationen nicht auf Firmengelände sammeln. Viele mittlere und kleinere Betriebe haben daher ein Entsorgungsproblem Papier und Kartonage betreffend. Die Wertstofftonnen der Stadt stehen in keinem Verhältnis von Preis und Leistung, wenn der Löwenanteil des Wertstoffes sperrige Kartonagen sind. Das Angebot der Firma Kühl für € 6,00 eine 1,2 m³-Tonne zu stellen, ist daher eine nachdenkenswerte Alternative.

    Kommentar von Matthias Vogt — 29. April 2008 #

  9. 9

    Klar, für Firmen absolut nachvollziehbar, eigentlich könnte man die Tonne fast umsonst (entspricht ja 6€ ;-)) an Firmen geben.

    Aber warum tut die Stadt dann nichts dagegen, man will doch schließlich auch was verdienen? Oder?

    Und ich bin auch für das Sammeln der Vereine, gerne gebe ich dafür mein Papier her. Aber leider nutzt in diesem Fall die Stadt dies nur als Argument, keine Blaue Tonnen aufzustellen. Und seien wir mal ehrlich, es werden ja wohl nicht mehr als ein paar Prozent des gesamten Papiers durch die Sammlungen erfasst, oder habt ihr schon von den vielen Vereinen gehört, die sich die 5 Mio. Jahreseinahmen teilen ??? ein großteil des Papiers wird immer noch durch die gelben Mehrwerttonnen gesammelt und obendrein auch noch bezahlt!!

    Kommentar von Doe — 29. April 2008 #

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